Archiv für Zynische Sensationen

HIIEER.

HIER <— geht es jetzt weiter!!! Die wichtigsten Sachen funktionieren. Bitte euch, sofern ich da überhaupt drin stehe, eure BLOGROLL/LINKLISTE zu aktualisieren.

Das ist hiermit der letzte Beitrag auf diesem Blog. Man sieht sich ;).

UMZUCH zum NEUEN BLOG.

Es dauert zwar noch ein bisschen, aber wenn ich dieses äußerst kompliziert geschriebene Theme dann mal im Griff haben sollte (wenn ich vorher nicht das Script verpfusche), dann geht es demnächst hier weiter. Posts werden ab sofort schon dort online getan, aber hier werdeich noch ein weilchen bleiben, bis ich dort alles fertig habe.

1646 und mein Zwei-Sterne-Leben Teil 2.

Boah, wie geil Basti, so ein Fahrrad hatte ich auch mal, kennst du die noch… die gab es für Jungs und für Mädchen…“, sagte Ebru heute früh zu mir, als wir dieThULB für ein kleines Päuschen verließen. Und während sie noch ihr ehemaliges Unisex-Fahrrad in den Himmel hob, ließ ich meine Gedanken schweifen und dachte an die vier Fahrräder, die ich in meinem Leben besessen habe. Mein erstes Fahrrad war klein, weiß und hatte Stützräder. Frisch gekauft. Gleich gestohlen und in Polen. Das zweite, ein gelbes BMX, erlag den üblen Machenschaften eines minderbemittelten Nachbarsjungen, den ich im Hauskeller auf frischer Tat ertappt habe, als er es auseinander schraubte.

Weil er zehn war und ich elf oder zwölf, habe ich mit ihm natürlich ordentlich den schmutzigen Kellerboden gewischt. Nachdem ich sein Gesichtsabruck in einer Stahlbetonwand verewigt hatte, dachte ich, er würde es nie wieder tun. Aber nur ein Jahr später montierte er die Räder meines dritten Fahrrades, ein violettes Mountainbike, ab. Ich erwischte ihn leider nicht, aber zwei Wochen später, wie er meinen Fahrradcomputer zerstörte. Neben dem schon bestehenden Gesichtsausdruck kam ein zweiter. Ich war so stolz, als an diesem Abend seine schnaufende Assi-Mutter vor unserer Tür stand und mit ihrer Kettenraucher-Motörhead-Stimme meinen Vater anbläkte, ihr Sohn hätte Blut im Urin. Das waren Momente, die mich und meinen Vater näher brachten. Und hätte ich zu dem Zeitpunkt schonmal eine Nummer geschoben, wäre es das erste Bier mit ihm gewesen. Vielleicht hätte er mich ja auch “Mann” genannt. Nun ja.

Und dann kam mein viertes und letztes Fahrrad. Ein schweineteures schwarzes Bike, mit Y-Rahmen, Vorder- und Hintergabelfederung mit Scheibenbremsen. Es war so geil. Von 1999 bis 2001 hatten wir beide die geilsten Erlebnisse.

Einmal hatte ich einen Unfall, der mein Leben zum ersten Mal so auf den Punkt brachte, dass ich nicht mehr leugnen konnte, ein Knüppel zu sein. Basti fuhr wie immer fröhlich mit 190 km/h durch die Wohnsiedlung, als mir eine Fliege, eine Biene oder ein anderes Insekt in die Fresse flog. Ich verzog vor Schreck das Lenkrad und knallte in einen parkenden roten Wartburg. Gott sei Dank hat diese “Automarke” keine Alarmanlage. Da lag ich dann, den Y-Rahmen zu nahe an meinem zu dem Zeitpunkt immer noch verstaubten Familienschmuck und überlegte mir, was ich spektakuläres schildern kann, wenn man mich auf meine verschorften Unterarme ansprechen würde. Konnte doch keinem erzählen, dass eine Fliege oder so der Grund für die Aktion war. Irgendwie war mir dann klar, dass Fliegen sich nicht umsonst in der Nähe von ausgeschiedenem Stuhlgang oder Müll aufhalten. Wieso dann auch nicht in meinem Gesicht? Das war der Beginn meines Zwei-Sterne-Lebens.

2001 klaute man mir mein Fahrrad, obwohl ich ein stahlverstärktes Schloss hatte. Als ich von oben kam, mit meinem Sattel in der Hand, stand ich vor einem aufgeschnittenem Schloss, es regnete und ich fing an zu stinken, weil das so ein erbärmliches Bild gewesen sein muss: ich im Regen stehend vor einer Laterne, davor ein offensichtlich absichtlich kaputt gemachtes Fahrradschloss.

Das tat so weh, ich hatte seit diesem Ereignis nie wieder ein Fahrrad. Der Schmerz sitzt immer noch zu tief.

Dann endete mein Tagtraum und ich stand mit Ebru in der Stifte-Abteilung eines Schreibwarenladens und musste mit Stifte aussuchen. In diesem Kontext ist es legitim davon auszugehen, dass man mein Zwei-Sterne-Leben zu einem Ein-Stern-Leben degradieren sollte.

1342 und kein Ende in Sicht.

Genau wie die Franzi und die Sara, stecke ich tierisch im Prüfungsstress.

Bild- und Medientheorie bereits geschrieben. War ganz okay. Latein war tierisch behindert, aber ich denke, dass ich das gepackt habe, Französisch-Klausur war trés chic, morgen schreib ich dann noch über Ökonomie und Organisation der Medien.

Was unterscheidet den Shareholder-Value vom Stakeholder-Prinzip?
Was weiß ich denn? FRAG DEN SCHEISS PLASTEFUCHS, DOZENT! Was versteht man unter dem Management-Regelkreis? Könnte das vielleicht etwas langes sein, aus Hartvinyl? Mit Löchern, wodurch man Weed raucht? KOMM KLAR, DOZENT!

Hier ein paar Sachen, die mich mindestens genauso wenig interessieren wie die oben genannten Fragen (Zitat Dr. Cox): Eiweißbetonte Diäten, Michael Moore, der kleine Parteitag der Republikaner, der große Parteitag der Republikaner, die Kabbala und die Nahrungsvorschriften der Kabbal, HD-TV, die UNO, die NATO, das Paris-Hilton-Video und alles was damit zusammenhängt, das was die YANKEES verdienen, die Bush-Töchter, alle 6-Liter-Autos, der doppelt gehauchte europäische Kuss und alles, was man noch in den noch zuentdeckenden Dimensionen finden kann.

Junge, selten habe ich das Bedürfnis mal n Porno zu gucken, aber jetzt… ohman… definitiv.

1851 und weil ich die Turm-Hure bin.

Wenn man den ganzen Tag Latein lernt, was ich heute seit 9 Uhr tue (gestern von 13-22 Uhr), und lateinische Caesar-Texte übersetzt, dann wird man nach der 7. oder 8. Probeklausur (ich schreibe morgen - an einem Sonnabend (!!!WTF!!!) - meine zweistündige Lateinklausur für den zweiten von drei Scheinen) sich zwangsläufig fragen müssen, ob die zu Caesars Zeiten alle ordentlich einen an der Muchte hatten. Zieht euch rein, wie die früher abgespackt haben, wenn es berbarst Beef gab (den Caesar anscheindend mit jedem hatte).

Ich zitiere (und übersetze):

“Cum iam muro turres appropinquavissent, ex captivis Caeser cognovit Vercingetorigem consumpto pabulo castra movisse propius Avaricum atque ipsum cum equitatu expeditisque insidiandi causa eo profectum esse, quo nostros postero die venturos esse arbitraretur.”

Nachdem sich die Türme bereits der Mauer genähert hatten, erfuhr Caesar von den Gefangenen, dass Vercingetorix das Lager, weil das Essen verbraucht worden war, näher an Avaricum bewegte und er selbst brach mit der Ritterschaft und den Leichtbewaffneten um des Auflauern willens dorthin auf, wo er glaubte, dass die Unsrigen am nächsten Tag kommen werden.

Caesar hat bewegliche Türme eingesetzt. Dieser Typ. Anstatt der mal diese Türme tarnt und nachts zu irgendwelchen Burgen chillt um heimlich und leise aus dem Wald zu schleichen und sich die Bräute reinzuziehen, nee, da macht der Krieg mit irgendwelchen anderen Atzen. Sollte ich morgen mitten in der Klausur einen Schreikrampf kriegen, weil die Story mich so unglaublich auf die Palme bringt, wie diese, die ich seit gestern übersetzt habe (und das ist sehr wahrscheinlich, denn es wird ein Caesar-Text als Klausur geschrieben), dann ist nicht auszuschließen, dass Männer mit Sonnenbrillen in schwarzen Anzügen und Beulen in den Jacken mich freundlich raustragen und an die 500 Augenpaare diesen dramatischen Abgang mitbekommen werden.

Aber mir ist nichts zu peinlich. Und die werden alle noch viel blöder gucken, wenn ich dann mit meinem eigenen beweglichen Turm nur fünf Minuten später durch die Hörsaalwand fahre, total betrunken bin (in fünf Minuten, is klar), Aprés-Ski-Hits von meinem Turmausguck gröhle - der Turm fährt natürlich wie von Zauberhand allein - und alle schreien.

Zuerst gibts richtig Backenvesper für die Knüppel in den schwarzen Anzügen, die mich, nachdem sie mich rausgeschmissen haben, nicht gewunken haben. Alle anderen dürfen auf meine Gnade hoffen, aber da ich nackt und betrunken sein werde (wie habe ich es geschafft in fünf Minuten betrunken zu werden und einen beweglichen Turm zu bauen?) besteht da nicht viel Hoffnung. Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen fassen. Scheiße, morgen wird ein aufregender Tag.

Später am Nachmittag, werde ich dann in einem noch brennenden Hörsaal wach, überall liegen Bewusstlose, hunderte von leeren Bierflaschen und ein CD-Player, der auf letztem Rest seiner Batterie “DU HAST DIE HAARE SCHÖN, DU HAST DIE HAARE SCHÖN” spielt. Und genau wie Caesar werde ich mir die Kotze vom Mund wischen (wahrscheinlich das Mensa-Essen) und nackt und verwirrt mit Augenrändern in den Wald laufen um mich da für fünf Tage zu verstecken.

Hab nämlich kein Bock die Scheiße da im Hörsaal aufzuräumen. Hätte der süße Caesar einfach mal mehr gechillt und mehr Bräute ausgecheckt, dann würden morgen nicht soviele ihr Leben verlieren.

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