Archiv für Emotionale Realitäten

HIIEER.

HIER <— geht es jetzt weiter!!! Die wichtigsten Sachen funktionieren. Bitte euch, sofern ich da überhaupt drin stehe, eure BLOGROLL/LINKLISTE zu aktualisieren.

Das ist hiermit der letzte Beitrag auf diesem Blog. Man sieht sich ;).

UMZUCH zum NEUEN BLOG.

Es dauert zwar noch ein bisschen, aber wenn ich dieses äußerst kompliziert geschriebene Theme dann mal im Griff haben sollte (wenn ich vorher nicht das Script verpfusche), dann geht es demnächst hier weiter. Posts werden ab sofort schon dort online getan, aber hier werdeich noch ein weilchen bleiben, bis ich dort alles fertig habe.

Geschützt: 1902 und mächtig in der Scheiße sitzen.

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1715 und drei Löffel Unexistenz.

Alles total beschissen, alles. Nichts ist ganz, nichts ist weg. In den Händen liegen nur Fragmente.

Dieser Gedanke kommt vielen sicher bekannt vor. Und wenn nicht, dann wird es eine Zeit geben, in der man sagen kann, dass dieser Gedanke einem bekannt vorkommt. Wenn es einem mies geht, weil man gar nicht weiß, was man tun und lassen soll, zuviele Ketten an einem liegen. Diesem Gedanken drückt man gern die Identität eines Problemes auf, was aber - meiner Ansicht nach - überhaupt gar nicht in Zusammenhang gebracht werden kann.

In ihrem tieftraurigem Artikel Erinnerungen hat Sara versucht ein Bild zu zeichnen, von einem Gefühl, dass man eben nicht als “Problem” bezeichnen kann. Sie hat ein Bild gezeichnet von einem Gefühl, für das es kein Wort gibt, welches ansatzweise dieses zutiefst intime IST beinhaltet.

Schreibt sie über Erinnerungen? Mitnichten oder möglich. Wichtig ist es nicht. Natürlich braucht man Erinnerungen, damit man nicht vergisst wer man eigentlich ist. Sara hat - ob ihr das bewusst war, oder nicht - etwas fühlbares ertastet, dass es für niemanden gibt (vielleicht deswegen auch nicht als Wort sagbar).

Schreibt sie über Sehnsucht? Sie tut es. Nicht die Sehnsüchte, die jeder einfach so aussprechen kann, weil sie da sind und da bleiben, wo sie entstanden sind: im Kopf. Es scheint so, dass wenn man Sehnsüchte ausspricht nur partiell das zum Ausdruck kommt, was man sagen will. Wie ein Code, der teilweise universal einsetzbar ist, weswegen wir auch sagen können “… stimmt. Geht mir genauso…”. Wenn man sie ausspricht diese Sehnsucht, dann ist sie keine mehr, denn sie verlässt für das Mitteilen den Ort, in dem sie entstand: den Kopf. Wenn sie ausgesprochen wurde, existiert sie.

Sara meint wahrscheinlich die Sehnsucht - und das finde ich auf der einen Seite superschön als Idee, auf der anderen Seite betäubend traurig als Hörender/Lesender - die niemand aussprechen kann und deswegen auch nicht existieren kann. Existieren tut die Reaktion des Körpers, der hilflos ist, weil er Verpackung für etwas ist, dass ihm nicht gut tut. Es ist die unsichtbare, einen ein völlig einnehmende und lähmende Angst vor einer Sache, einem zustand, der innerlich schon längst da ist. Wie kann man Angst vor etwas haben, dass im Kopf schon lange existent ist? Die Tatsache, dass man es erst jetzt realisiert:

Sie hob ihre Hand, aber sie war nicht mehr da. Sie sah sie nicht. Sie war verschwunden, verzehrt von Schmerz, von den Tränen. Es gab sie nicht mehr. In ihrer Unexistenz stand sie langsam auf von der Couch. Sie ergriff die Rotweinflasche, aber sie spürte nicht das Glas zwischen ihren Fingern. Sie warf sie gegen die Wand, aber der riesige, blutfarbene Fleck war nur schwarz. Schwarz, und grau, und weiß, in den letzten Nischen. Sie schaute in den Spiegel, aber sie sah sich nicht. Mit aller Gewalt riss sie die Augen auf, hielt mit den Fingern ihre Lider auseinander, aber sie sah sich nicht, schreibt Sara.

Es ist etwas passiert, das Innere ist nach außen, das Äußere ist nicht mehr da und innen ist nichts mehr. Was soll man dann sehen, wenn man in den Spiegel schaut? Nichts.
Man verschwindet, löst sich auf und mit einem das Gefühl, für das es kein Wort gibt. Das was man als “Problem” in diesem Fall bennenen kann, ist, dass es wahr ist. Es gibt diesen Zustand. Den kann man dann zwar bewusst ignorieren, wie das Telefon, von dem Sara sprach, aber er wird sich nicht ohne weiteres auflösen wie man selbst.

Danke für deine Zeichnung, Sara. Für dieses ehrliche Portrait eines Gefühls, für das es keine Erinnerungen geben kann. Wenn man nicht existiert, ist man niemand, und genau das läuft dem Prinzip der Erinnerung entgegen. Ich glaube, ich verstehe gerade den Titel deiner semi-fiktiven Geschichte.

Erinnerung. Wer hätte gedacht, dass drei Löffel Eiscreme, drei Löffel Unexistenz bedeuten können.

1012 und die Kugel des Glücks.

Es war ein Moment der Stille, der imaginären Zeit, fühlbar auf Haut und auf den Lippen, als er sagte “Dich liebe ich” und ihren Blicken standhielt und nichts hören wollte, außer das Unhörbare, das entsteht, wenn man beginnt zu lächeln, die Augen einen ganz nahen Glanz bekommen und das Herz nur ganz kurz seinen Schlag minimal beschleunigt. Als sie sagte “Ich liebe dich“, wurde ihm klar, dass diese beiden Sätze unterschiedlich klangen, aber dennoch gleichen Sinn trugen. Es war etwas dauerhaftes Präsentes in der Luft, nachdem sie diese Worte aussprach. Es ist von hinten wie von vorne etwas Unsichtbares, das man greifen möchte.

Dann dachte er daran, dass dieser Zustand im Lichte der Nemesis stand und wenn er etwas Definiertes sagen müsste, um jenen Zustand zu beschreiben, dann hätte er mit Sicherheit gesagt, dass diese beiden Sätze dem Habitus-Prinzip der Kugel unterworfen sind. So wie die Nemesis auf einer Kugel balanciert. Das Glück (zu lieben und geliebt zu werden) ist launisch und man kann es weder aufhalten, noch lenken. Stößt man die Kugel von einer Erhöhung kann man nicht bestimmen, wohin sie rollen wird. Wenn überhaupt kann man darauf balancieren.

Er hätte seine Gedanken vermutlich folgendermaßen zu Ende gebracht, bevor er seine Augen schließt um in ihre Arme zu fallen:

Du bist der Ort in meinen Gedanken, für den ich einen Plan und einen Kompass habe. Dass ich ihn trotz alledem niemals zuvor gesehen habe, lag vermutlich daran, dass ich mir nur vorstellen konnte, wie du und das Gefühl, das du mir geben könntest, auszusehen hat. Und auch wenn ich noch keine Sprache habe, dir das zu erklären, beichte ich dir, dass ich mich vor dir in einen Menschen verliebt habe, den es damals noch nicht gab. Wegen meinen Sehnsüchten. Jetzt ist mir bewusst, dass du es bist, der diese nicht-sprechbare Sprache sprechbar gemacht hat.

Ich liebe dich. Dich liebe ich. Mehr kann da nicht sein, weil es alles ist. Wie kann ich jetzt noch ängstlich einer rollenden Kugel hinterher schauen?

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