1851 und weil ich die Turm-Hure bin.

Wenn man den ganzen Tag Latein lernt, was ich heute seit 9 Uhr tue (gestern von 13-22 Uhr), und lateinische Caesar-Texte übersetzt, dann wird man nach der 7. oder 8. Probeklausur (ich schreibe morgen – an einem Sonnabend (!!!WTF!!!) – meine zweistündige Lateinklausur für den zweiten von drei Scheinen) sich zwangsläufig fragen müssen, ob die zu Caesars Zeiten alle ordentlich einen an der Muchte hatten. Zieht euch rein, wie die früher abgespackt haben, wenn es berbarst Beef gab (den Caesar anscheindend mit jedem hatte).

Ich zitiere (und übersetze):

„Cum iam muro turres appropinquavissent, ex captivis Caeser cognovit Vercingetorigem consumpto pabulo castra movisse propius Avaricum atque ipsum cum equitatu expeditisque insidiandi causa eo profectum esse, quo nostros postero die venturos esse arbitraretur.“

Nachdem sich die Türme bereits der Mauer genähert hatten, erfuhr Caesar von den Gefangenen, dass Vercingetorix das Lager, weil das Essen verbraucht worden war, näher an Avaricum bewegte und er selbst brach mit der Ritterschaft und den Leichtbewaffneten um des Auflauern willens dorthin auf, wo er glaubte, dass die Unsrigen am nächsten Tag kommen werden.

Caesar hat bewegliche Türme eingesetzt. Dieser Typ. Anstatt der mal diese Türme tarnt und nachts zu irgendwelchen Burgen chillt um heimlich und leise aus dem Wald zu schleichen und sich die Bräute reinzuziehen, nee, da macht der Krieg mit irgendwelchen anderen Atzen. Sollte ich morgen mitten in der Klausur einen Schreikrampf kriegen, weil die Story mich so unglaublich auf die Palme bringt, wie diese, die ich seit gestern übersetzt habe (und das ist sehr wahrscheinlich, denn es wird ein Caesar-Text als Klausur geschrieben), dann ist nicht auszuschließen, dass Männer mit Sonnenbrillen in schwarzen Anzügen und Beulen in den Jacken mich freundlich raustragen und an die 500 Augenpaare diesen dramatischen Abgang mitbekommen werden.

Aber mir ist nichts zu peinlich. Und die werden alle noch viel blöder gucken, wenn ich dann mit meinem eigenen beweglichen Turm nur fünf Minuten später durch die Hörsaalwand fahre, total betrunken bin (in fünf Minuten, is klar), Aprés-Ski-Hits von meinem Turmausguck gröhle – der Turm fährt natürlich wie von Zauberhand allein – und alle schreien.

Zuerst gibts richtig Backenvesper für die Knüppel in den schwarzen Anzügen, die mich, nachdem sie mich rausgeschmissen haben, nicht gewunken haben. Alle anderen dürfen auf meine Gnade hoffen, aber da ich nackt und betrunken sein werde (wie habe ich es geschafft in fünf Minuten betrunken zu werden und einen beweglichen Turm zu bauen?) besteht da nicht viel Hoffnung. Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen fassen. Scheiße, morgen wird ein aufregender Tag.

Später am Nachmittag, werde ich dann in einem noch brennenden Hörsaal wach, überall liegen Bewusstlose, hunderte von leeren Bierflaschen und ein CD-Player, der auf letztem Rest seiner Batterie „DU HAST DIE HAARE SCHÖN, DU HAST DIE HAARE SCHÖN“ spielt. Und genau wie Caesar werde ich mir die Kotze vom Mund wischen (wahrscheinlich das Mensa-Essen) und nackt und verwirrt mit Augenrändern in den Wald laufen um mich da für fünf Tage zu verstecken.

Hab nämlich kein Bock die Scheiße da im Hörsaal aufzuräumen. Hätte der süße Caesar einfach mal mehr gechillt und mehr Bräute ausgecheckt, dann würden morgen nicht soviele ihr Leben verlieren.

4 Kommentare »

  saripari wrote @

Gahahahahah. Ja, ich finde, chillen sollte öfter mal an der Tagesordnung stehen!

  morbus wrote @

scheiße, ey, was hab ich gelacht. (dabei: ich dachte, die beweglichen türme haben die orks erfunden, pah, jetzt das. immer diese enttäuschungen).

  Robby wrote @

*haha* – wie geil. Cheerio :D

  bastih wrote @

@morbus
ich wollte dich nicht deiner illusionen berauben ;) .


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