Eigentlich ist es ja ein schöner Tag im Gefangenenlager auf Guantanamo Bay. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, es ist schön warm an der frischen Luft. Daran denkt auch der Mensch, der eigentlich keiner ist, weil er wie ein Tier in einem Käfig gehalten wird. Mit Ketten an den Armen und Beinen. Er riecht auch nicht die frische Luft, weil er zufällig Moslem ist und deswegen in einen dunklen Raum gesperrt und auf den Boden gekettet wird, einen Sack über den Kopf gestülpt und seit drei Tagen denselben Song von Korn in der Endlosschleife hört, ohrenbetäubend laut. Er denkt an das Paradies, während er im Jesus-Gestus mit Sack über dem Kopf Stromstöße bei jeder Bewegung wegstecken muss. Er denkt an die zwitschernden Vögel, wenn sie ihm wieder den Schädel fast einschlagen.
Er verkneift sich jede Träne, wenn sie ihm sagen, dass sie seine Familie getötet haben, denn er sei ja kein Mensch. Er sei nur ein Islamisten-Schwein, sagen sie ihm. Damit er es auch wirklich versteht, schneiden sie ihm das ins Fleisch.
Er sei kein Mensch, sagte der Mensch, der ihn dann schlug. Immer und immer wieder.
Und er dachte, Ja. Nur ein Mensch kann etwas tun, dass so furchterregend ist und so verachtend.
„Eines Tages“, so dachte das betitelte Islamisten-Schwein, dass in Wirklichkeit der einzige Mensch im Raum war, „wird man uns aus dem KZ Guantanamo befreien.“
Er ist ein Mensch, sage ich. Er ist kein Islmaisten-Schwein, er ist kein Moslem, er ist ein Mensch. Und ich wünsche ihm, dass er bald wieder nach Hause kann und vergisst, wozu jemand fähig sein kann, der einem abspricht ein Mensch zu sein.
Du bist ein Mensch.





Dennoch ist und bleibt es erschreckend, was Menschen anderen Menschen antun können – und antun…