Ich hasse Mitfahrgelegenheiten. Eigentlich sollte man denken, okay, man kann für ein paar Stunden mit völlig fremden Menschen über jeden interessanten Mist quatschen. Fleischgewordenes Chatten, quasi, da man ja völligen Mist erzählen kann über sich, etc. Wenn es langweilig ist, ist das okay, dan hört man Musik, schläft oder man tut zumindest so. Und wieso bieten grundsätzlich nur Juristen, BWLer und Maschinenbau-Atzen Mitfahrgelegenheiten an.
Letzte Woche hatte ich gleich zwei grauenhafte Mitfahrgelegenheiten.
Die Hinfahrt:
Die Fahrerin studiert Wirtschaftsingeneurwesen für Schlagmichtot, ein Stück Brüllfleisch aus dem Lehrbuch. Tausend Praktika gleichzeitig am Laufen, redet schnell und viel Stuss, hört niemanden zu, nervige Stimme, fährt immer auf 2cm auf bei knapp 200 Sachen auf der Autobahn und regt sich dabei auf, dass der Penner nicht rüberschert. Egal. Und nach 3 Millionen Worten ihrerseits, fragte sie dann, was man so studiert. Ich sagte es. Ich wusste was kam.
Wer Kunstgeschichte studiert sieht sich einfach dauerhaft mit einfallslosen Fragen konfrontiert. Was denn Kunst sei, fragte sie, dass sie ein Poster eines Matisse-Bildes über ihrem Bett hängen hat, sagte sie und das sie auch weiße Gemälde in eine Galerie hängen kann, das sei doch keine Kunst und sich dann aufregen, dass man damit somit viel Geld verdiene. Sie könne das auch. DANN MACH ES DOCH EINFACH, DU SEMI-WEIBLICHE KASPAR-HAUSER-AUSGABE.
Wie soll ich jemanden etwas erklären, der nicht mal ansatzweise für so ein Thema offen ist.
Ist ihr nicht klar, dass ich ihre These, eine weiße Leinwand sei kein Kunstwerk, nicht unterschreiben kann, wenn ich Kunstgeschichte studiere? Als ich meinte, dass wenn man vor solch einer Leinwand steht und sich aufregt, dass es doch gar nichts aussagt, sich bereits in einem Reflektionsprozess befindet und man deswegen das Gesehene als etwas Abstraktes anerkennt, und somit ein Kunstabspruch absurd sei, sagte sie nichts. Sie schaute wie Patrick, der nicht versteht, was Spongebob ihm erklärt. Als sie meine Aussage dann angreifen wollte, dass das doch alles subjektiv sei, unterbrach ich sie, indem ich klarstellte, dass man, bevor man über Kunst diskutiert, erst einmal klarstellen sollte was man selbst unter dem Begriff „Kunst“ versteht. Ich legte mich sofort schlafen.
Die Rückfahrt:
Drei fettleibige Männer, die nicht ein einziges Wort sagten. Und dass man während einer 390km-Fahrt vier Pausen machen muss, um in drei von diesen bei einer Fast-Food-Kette zu speisen, fand ich übertrieben.
Fazit: Meide Diskussionen mit Leuten, die glauben dir etwas zu Kunst erzählen zu müssen und – wenn man sich dann darauf einlässt - deine Meinung gar nicht hören wollen, obwohl du es einfach mal studierst. Außerdem übe deine Ninja-Fertigkeiten, wenn der Dicke das dritte Mal bei Mäc anhält, damit du ihm die Schlüssel aus der Arschtasche fingern kannst um allein mit seinem Auto weiterzufahren.





Hm, ich hoffe doch, dass ICH mich wenigstens bei unserer Kunstdiskussion besser angestellt habe..
Außerdem wollte ich danke sagen, dass immerhin du anscheinend meinen Blogeintrag verstanden hast… alles Deppen, alles Deppen..