1511 und Inkarnation von Hoffnung und Liebe.

Meine Sendefrequenz ist in einigen Momenten gelähmt. Momente, die schief stehen, weil die Fähigkeiten des Architekten manchmal zu langsam sind, um seinen Vorstellungen gerecht zu werden.

So war es. Es war im September. Es war die Zeit, als meine Vorstellung eigenartiger Weise keinen Kontakt mehr hatte mit der Vorstellung der Frau, die ich liebe. Sie orientierte sich an etwas Neuem. An jemand Neuem. Das Gefühl, dass man hat, wenn man gesagt bekommt, dass man nicht mehr begehrt wird vom Partner, weil wer neues dein Nest in ihrem Kopf eingenommen hat, ist so unbeschreiblich. Es ist so, als würde man so viel Blut verloren haben und kurz vor einem Kollaps stehen, nur das sich das im Bauch abspielt.

Also, was habe ich getan? Ich habe mich geblendet, mich verachtet, dass ich wieder etwas nicht erhalten konnte. Und ich war bereit Schritte zu gehen, die mir das Gefühl aus meinem Bauch amputieren, dass mich so demütigt. Ich traf jemanden und schlief mit ihm. Da war ich der Frau, die ich liebe so nah. Ich hab sie in eine Box gesperrt und wollte, dass sie an meinem Gefühl ertrinkt. Ich wollte mir bewusst machen, dass ich verlassen worden bin und nichts dafür konnte, weil ich unfähig war zu verhindern, dass mein Nest ernsthaft von jemand anderes eingenommen werden könnte.

Und dann stand ich wieder vor ihr. Der Frau, die ich liebe, die mich wollte und mir das Gefühl gab, dass sie die Tür nicht öffnete um mich um Verzeihung zu bitten, sondern, weil ich hinter dieser Tür zuhause war. Auch in den zwei Septemberwochen, wo ich es nicht war. Der Kontakt in diesem Augenblick war die Inkarnation meiner Hoffnung.

Leute, die glauben, dass Schmerz kein Zeichen von Liebe ist, die hätten die Tränen sehen sollen, als ich ihr sagte, dass ich im Zeitraum der zweiwöchigen Abstinenz mit wem anderes geschlafen habe. In dem Moment wurde mir klar, dass Schmerz ein Indiz dafür ist, dass auch etwas stimmen kann, wenn so gar nichts stimmt. Und wenn das tränenüberströmte Gesicht die dann sagt, es sei schon okay, dass man mit wem anderes geschlafen hätte, dann wird jede Berührung, die sich unmittelbar anschließt, zu einem Inferno, dass einen paralysiert.

In dem Moment wurde mir klar, dass nichts was ich geistig in dieser Beziehung besessen habe, verloren gehen kann, wenn es schmerzt. Dann, wenn der Kontakt da ist, wirkt dieses Gefühl. Und ob man nun darauf wartet, dass man sich selbst erlösen kann, sich selbst glücklich machen kann, ist stets davon abhängig, was man geistig besessen hat.

Und ob man nicht schon abgeschlossen hat mit einer Sache, die man, wenn es vorbei ist, nur noch zuende denken kann.

Das, liebe Leute, ist es nämlich. Man kann zu ende denken. Zu ende lieben? Das geht nicht. Nicht wenn man etwas geistig besessen hat. Möglicherweise, wenn man denkt, dass das Nest im Kopf des Anderen Fort Knox ist.

Das Gefühl, dass ich hatte als ich an ihrer Tür stand und klingelte, war strange. Ich wusste nicht, dass sie sich entschuldigen würde, sie wusste nicht, dass ich mich noch entschuldigen musste. Diese Situation war ein ungetestetes Modell, dass jeder besitzt, aber keine Ahnung hat wofür man es braucht.

Es ist da. Und es funktioniert.

7 Kommentare »

  Robby wrote @

Hmm, weird.
Dennoch verspüre ich das Verlangen, dem Teil „Zu ende lieben? Das geht nicht. Nicht wenn man etwas geistig besessen hat.“ zu widersprechen.
Ob gerechtfertigterweise oder nicht ist eine andere Frage. Jedenfalls muss ich es erstmal tun.

  saripari wrote @

Ich stehe immer noch vor der Tür. Keiner macht auf. Tja. Und jetzt?

  bastih wrote @

@robby
ja. das man dieser aussage widersprechen möchte, verstehe ich. ehen brechen nicht ohne grund auseinander. vielleicht ergänze, ich diese aussage mit dem zusatz, dass man empfänglich sein müsste auf reize und signale des anderen, wenn alles schief läuft.

@sara
eine verschlossene tür bedeutet ja auch, dass man sie aufmachen KÖNNTE. es ist weitaus schwerer vor einer mauer zu stehen und ein loch reinzubrechen.

  Vom Leben gebloggt… » Blog Archive » Basti, ha! wrote @

[...] geben: Frauen. Auf die kamen wir eher by accident, nämlich durch (seinen!) Bezug auf einen Blogeintrag und meinen dortigen Kommentar. Nicht, dass es heißt ich würde immer damit anfangen! Wobei wir wohl auch sonst [...]

  Robby wrote @

Nur der Vollständigkeit halber hatte ich letzte Woche mehrfach das Gefühl, dir wohl oder übel doch zustimmen zu müssen. Das ist zwar nicht schlimm, ändert es nicht wirklich was – ich hätte es mir trotzdem anders gewünscht.

  bastih wrote @

was is passiert?

  Robby wrote @

Ich war ehrlich und hab’n Teil von mir wohl oder übel akzeptiert. „Meine Geschichte“ eben ;)


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