Archiv für Dezember, 2007

0357 und ein bisschen prelln.

Hui. Also ich bin ja der Meinung, dass ein Abend mit Alkohol erst dann was gebracht hat, wenn man morgens frisch tätowiert in einem Gucci-Schaufenster aufwacht, zwischen den Scherben und dem Erbrochenen und die Pulle Gin noch in der Hand liegt, geöffnet am besten.

Oder man prellt die Zeche mit einem Kumpel (wie ich die Nacht) und freut sich so über das Ersparte, dass man es erstmal in der nächsten Bar in Tequila und Whisky investiert. Anschließend steht man am Bahnhof und freut sich, dass die nächste Bahn erst um 4.20 Uhr fährt, dann fährt man mit dem Nachtbus um dann halb verfroren und betrunken ins Bett zu fallen mit all den Fantasien, die sich in den letzten Tagen angestaut haben.

So werde ich es jetzt handlen. Boah. Friede mit euch.

1303 und nackt flitzen und hustlen.

Ich weiß doch ganz genau, wie das heute abend enden wird, wenn ich da hingehe. Pokern mit den Jungs. Lange waren wir nicht mehr vereint. Dann trinkt man was, die Emotionen werden hochkochen, so wie die Chips den Besitzer wechseln werden. Dann wird man übermütig und plötzlich ist man nackt. Und da es in der Regel ein kleines bisschen peinlich wird, wenn fünf bis sechs Typen nackt um einen Pokertisch stehen und Starring-Contest machen, verlegt man das nach draußen.

Ja richtig gehört. Ich habe noch einige Geheimnisse und Vorlieben von denen niemand hier weiß; dazu gehört das Flitzen. Und ich habe den Dialog schon im Kopf, wenn wir heute abend am S-Bhf Kaulsdorf nur in Socken und Schuhen und einem Rucksack auflaufen bei Minusgraden und vielleicht eins zwei Stationen in die Stadt fahren bis wir Ärger oder Angebote bekommen.

Fremder: …Seid ihr wahnsinnig? Wollt ihr euch den Tod hol’n bei der Kälte und überhaupt….!

Ich: Wir sind längst nich so bedenkt, wie du dir trinken kannst.

Max: (zu Janek) Finger von meinem Arsch, Spast.

Matze: JIIIIIIIIIIIHAAAAAA…. find ich lustisch, Arschloch.

BastiB: Fass ihn ma noch ma an, J.D.

Max: Finger von meinem Arsch, Spast.

J.D.: Is Siegfriiiied da??

Matze: BRENNT DEN CLUB AB, BRENNT DEN CLUB AB!

Ich: Wir müssen dann mal.

Und während ich einen Schluck Wodka ziehe geht auch schon die Bahntür auf, wir rennen auf den Bahnsteig, J.D. wird versuchen Max in die Kimme zu grabschen, weil der das nicht leiden kann, Matze wird rumhustlen, alle werden schreien.

So könnte das aussehen.

So ähnlich sah es zumindest schon aus.

Hier die fünf wichtigsten Situationen in meinem Leben, in denen ich nackt war, aber nicht hätte nackt sein dürfen.

  1. BIWAK beim Bund. Wenn dir der Typ mit dem G-36 sagt, man solle sich auch bei Minusgraden fast nackt ausziehen, wenn man in sein Erdloch krabbelt, dann amcht man das auch. Die Logik war, dass man nicht friert, wenn man aufwacht. Als nach einer halben Stunde Schlaf, die Signalpistole hochging, stand ich wie ne Eins in meinem Loch. Die Zeltplane verdeckte meinen Oberkörper, wie das Tuch einen Sittich-Käfig. Und mein Unterleib war natürlich nackt. Tja. Gott sei Dank, waren die anderen damit beschäftigt ihr Gewehr zu suchen, die ich in einem solchen Falle versteckt hatte. Und so fiel niemandem auf, dass Basti’s Juwelen die Minus drei Grad genießten, bevor der Feinripp wieder mein Feigenblatt wurde.
  2. Ich erinnere mich an das erste Mal Flitzen mit den Jungs, als wir in Kaulsdorf durch den Park über die Wiese gerannt sind. Splitternackt. Als dann ein Auto kam, sind wir hinter ein Stromhaus und haben alle um die Ecke geguckt. Das war ein sehr seltsamer Moment, weil man da nicht Tacheles reden kann. Und man muss sich Mühe geben nicht auf die Genitalien der anderen zu gucken. Und zufällig berühren ging gar nicht, dann musste erstmal ein Gespräch geführt werden, bei dem man sich auf keinen Fall in die Augen schaut.
  3. Eine Party in Jena. Ui. Mit Mexx war das. Vor anderthalb Jahren. Wer in dieser lauen Sommernacht im Damenviertel Blick auf das Planetarium hatte, der sah da zwei kreischende Gestalten nackt den Garten hochrennen. Unangenehm wurde es dann, als wir uns noch hinsetzten auf eine Parkbank und noch ein Bier tranken. Es kam niemand vorbei, aber ich wusste, dass WENN jemand da vorbei gekommen wäre, Mexx wie ein albinomäßigaussehender Gigolo geschnippst hätte und gezwinkert und sowas gesagt hätte wie “ALLERERSTE SAHNE”, oder so. Ich hätte wie ein schmieriger Verlierer daneben gesessen, auch nackt und hätte dumm gegrinst und behindert genickt.
  4. Oh. Party mit Marvin. Wie ich die Kleidung auf dem Alexanderplatz verloren habe, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich glücklich war, die Weltzeituhr zu sehen und dabei im Adamskostüm zu sein. Ich kann mich noch an drei Typen erinnern, die es scheiße fanden, dass wir nackt da rumrannten. Aber sie bekamen uns nicht. Seit diesem Tag weiß ich, wie fies es ist, wenn man sprintende Frauen zeigt, wo die Brüste hin und her geschleudert werden. Stellt euch das mal mit frei baumelnden Genitalien vor. Oje.
  5. Diesen Platz reservier ich für heut abend. Und wenn da nix geht, hab ich noch eine. So.

So. Ich werd dann mal. Hoffe alle haben ein paar schöne Tage verbringen können mit ihren Lieben. Abstrakt bleiben.

0042 bei eingesperrten Schneeflocken.

Knarzend jammern die Holzdielen unter meinen Füßen. Draußen ist es kalt. Nur ganz kurz war auf dem Balkon, freier Oberkörper und lange Hose. Ich hatte eine Schneekugel in der Hand.

Das bin ich. Der Blick ist Programm. Ich habe Gänsehaut, wie ich da draußen an der freien Luft stehe. Ich starre in die Weihnachtskugel und denke mir, dass derjenige, der sie erfunden hat wohl darüber nachgedacht haben muss, wie er das Schicksal bildlich darstellen kann. Ich meine mal das ganze Kitsch-Scheiß-Geschwalle beiseite. Eine Kugel, so zerbrechlich wie das Leben. Das ist es doch. Die Schneeflocken darin sind die vielen Ereignisse und Erlebnisse in unserem Leben und man selbst ist die hässliche Figur oder das bescheuerte Gebäude inmitten dieser Kugel. Die Schneeflocken tanzen umher, weil wir die Kugel schütteln. Das muss es sein. Schicksal ist das Schütteln unserer Welt.

Der Gedanke verfliegt ganz plötzlich. Ich habe immer noch Gänsehaut. Der Atem kondensiert an der gläsernen Absperrung nach unten. Das waren sehr harte Monate, die hinter mir liegen, über die ich mich aber nicht beklagen kann, da ich daran ein kleines bisschen wachsen konnte. Ich bin irgendwie auch ziemlich betrunken, während ich das hier schreibe. Ich ärgere mich darüber, da ich ehrlich gesagt sowas nicht mag. Zumindest an mir. Bei Sara und Franzi liest sich das noch ganz gut.

Ich habe tausend Gedanken, die sich allesamt übers Ficken, Lachen, Träumen und Schlagen/Geschlagen-Werden (natürlich gute Gewalt *zwinkaaaaaa*) drehen. Ich lass es lieber sein. Ich weiß, wie ruppig und obszön ich sein kann, wenn ich nicht Herr meiner Sinne bin. Zumindest was erstes und letztes betrifft. Ich rauche jetzt eine.
Ich habe immer noch Gänsehaut.
Und nun ratet mal, was das folgende Bild vom oberen unterscheidet, davon mal abgesehen, dass ich nicht völlig irre aussehe?!

1852 und ein echter Ghostbuster.

Ich habe es nie wirklich jemanden erzählt, aber ich bin das fünfte Mitglied der Ghostbusters von dem keiner weiß. Ich weiß, was ihr jetzt denkt. Aber ich habe schon immer den Medienrummel gescheut.

1537 und Natural Born Killers.

Natural Born Killers ist übrigens mit eine der besten Mediensatiren aller Zeiten und das Juwel in Oliver Stone’s “Oeuvre”. Wer diesen Film nicht gesehen hat, der möge es tun. Wer ihn nicht verstanden hat, der möge es tun. Selten einen Film gesehen, der auf so bösartige Weise die Satiremesser gewetzt hat.

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