Archiv für Juli, 2007

Horror zum Einschlafen.

apos Frau Jones hat gestern den Film KEN PARK gesehen. Und auch ich hab mir zu später Stunde noch sehr kontroverses Kino „gegönnt“. Da ich ja u.a. Filmwissenschaft studiere, bin ich unheimlich aufgeschlossen was Filme angeht. Besonders Filme, die Gewalt und Sexualität thematisieren und all ihre Schattenseiten aufzeigen, sind in dem Zusammenhang interessant für mich.

Also hab ich mir vor dem Einschlafen mal wieder seit langem IRRÉVERSIBLE und MENSCHENFEIND reingezogen. Das sind so zwei Filme, die sich auf ewig in die Erinnerung eindreschen und zwar mit der Gewalt, die sie darstellen. Genau wie bei Pasolinis nihilistischem Manifest SALÒ: DIE 120 TAGE VON SODOM, sitzt der Kloß tief im Hals des Zuschauers.

Was soll man von beiden Filmen halten? Nun. Ich würde wohl erstmal dazu raten, diesen Film nicht aus Unterhaltungszwecken zu sehen. Das sind alles andere als Splatterfilme (vor allem IRRÉVERSIBLE).

In IRRÉVERSIBLE regnet es hypnotische Bilder unter dem Slogan ‘Die Zeit zerstört alles’. Der Film beginnt hinten und arbeitet sich rückwärts nach vorne zum Anfang (vergleichbar mit Nolan’s MEMENTO). Der Film „beginnt“ also in dem Schwulenclub ‘Rectum’ (Paris?). Zwei aufgebrachte Männer stürmen diesen Club. Sie suchen jemanden. Von Anfang an zieht die Kameraführung den Zuschauer in einen sprichwörtlichen Sog. Wie ein Blatt im Wind wirbelt sie umher. Pausenlos. Was teilweise wie eine sehr anstrengende visuelle Erfahrung wirkt, dient dem Zweck des willkürlichen Berührens des Zuschauerauges. So wie hier im kommenden Gezeigten die Grenzen der Moral und Ethik aufgeweicht werden, so werden uns die „Gesetze“ der Kadrierung um die Ohren gehauen. Wir dürfen dann in Nahaufnahme, nach vielen sadomasochistischen Begegnungen im Club, nach erigierten Penissen, ein Inferno der Gewalt bezeugen, dessen Gründe uns an dieser Stelle des Films noch gar nicht erschließbar sind. Ein Arm wird über das Bein gebrochen, der anschließende Racheakt, bei dem einem Menschen in Nahaufnahme mit erschreckender Echtheit und brachialer Wucht der Schädel mit einem Feuerlöscher eingeschlagen wird. Zehn bis fünfzehn Mal sehen wir zu, wie das Gesicht immer unerkenntlicher deformiert wird, der Tod dieses Menschen lässt auf sich warten. Man sieht wie sein Körper noch zu minimalen Reaktionen fähig ist, bis der Schädel nur noch Matsch ist.
Ich war beim ersten Mal so fassungslos, weil ich so was noch nicht mal in einem Splatterfilm gesehen habe. Es hat so echt gewirkt, weil der Film mit der unsichtbaren Montage, dem digitalen Schnitt arbeitet.
Das ist die Einleitung des Films. Man weiß nicht, wie man das bewerten soll. Es ist nachzuvollziehen, dass man dazu neigen würde dem Regisseur eine Verherrlichung zu unterstellen, da dieser Film einen blinden Fleck unserer Gesellschaft abtastet.
Mit voranschreitender Geschichte erschließen sich langsam die Gründe für dieses Gewaltinferno. In der Mitte des Film können wir begreifen, dass die beiden Männer einen Mann suchen, der die Freundin des Einen in einer Straßenunterführung vergewaltigt hat.
Diese Vergewaltigung ist die albtraumhafteste Sequenz, die ich jemals im Verständniskontext eines Filmes wahrgenommen habe. Alle Paradigmen meiner Wahrnehmung wurden dabei gelähmt. Die Vergewaltigungssequenz dauert zehn Minuten. Dies ist eine der wenigen Stellen im Film, an dem die Kamera zur Ruhe kommt. Sie stellt sich in Untersicht zum Geschehen auf und beobachtet dieses voyeuristisch. Ich bin ja echt überhaupt nicht empfindlich, aber mit was für einer Gewalt und Erniedrigung diese Vergewaltigung abläuft, treibt einem alles hoch. Menschen, die der Meinung sind, dass man doch so was nicht im Film zeigen kann, die haben nicht begriffen, dass es nichts aber auch nichts an einer Vergewaltigung gibt, das man beschönigen kann. Und deswegen ist diese Snuff-vergleichbare Einstellung so echt. Im Hintergrund, im Unscharfen betritt ein Mann die Unterführung, der die Vergewaltigung registriert, aber aus Scham (Zivilcourage) auf dem Fuß umdreht und verschwindet. Die Vergewaltigung soll an der Stelle noch ganze fünf Minuten dauern. Das ist eine Schlüsselszene, in der dem Betrachter nun endgültig die Pistole auf die Brust gesetzt wird und dieser nicht mehr leugnen kann, dass das Gezeigte zwar keine Realität ist (weil eben fiktiv), aber der Wahrheit entspricht. Man wird eingemauert und bis ins Unerkenntliche traumatisiert. Wir balancieren an einer Grenze des psychischen Schmerzes. Wir vergessen unsere Umgebung und werden hinein gesaugt. Das ist wirklich bemerkenswert an diesem kontroversen Film. Bei der Uraufführung von IRRÉVERSIBEL verließen mehr als 600 Menschen den Saal, weil sie dem nicht mehr gewachsen waren.
Wir beobachten also eine anale Penetration eines schwulen Zuhälters, der seine physische Gewalt mit unglaublicher verbaler Gewalt und Angst komplettiert. Er will „Papa“ genannt werden, während er den zitternden Frauenkörper mit unermesslicher Brutalität zerstört. Der Vaterkomplex, der Abgesang auf Religion und Gott (anale Vergewaltigung). Ein Akt, der motiviert wird durch den Wunsch nach Liebe auf der einen Seite (Vergewaltiger) und auf ein Zerstörungsakt auf der anderen Seite (Opfer), zerstört uns alle Illusionen von Sex, Liebe, Rachegefühlen und Moral.
Er beendet seine Vergewaltigung (man sieht seinen erigierten Penis) indem er ihren Kopf nimmt und so oft auf den harten dreckigen Betonboden schlägt, dass sowohl ihr Bewusstsein, als auch ihr Gesicht zur Unerkenntlichkeit aufgelöst wird. In diesem Moment bewegt sich die Kamera, die genau wie der Zuschauer gelähmt daneben stand (was sie wohl als unser Auge identifizieren soll) auf das Geschehen zu.
Das Trauma ist komplett. Es wirkt beinahe pietätlos, dass am Ende eine unheimlich liebevolle Sequenz gezeigt wird, wobei der „später“ vergewaltigten Frau ihre Schwangerschaft bewusst wird.

Dieser Film zeigt die Zerstörungswelle der Zeit, die Rache, das Lahmlegen von Moral und Liebe. Er hat das Leben so unvorstellbar bestialisch zugerichtet, wie das Kopfkino im Zuschauer. Diesen Film wird man niemals vergessen, denn seine Wirkungskraft, wie Stiglegger schreibt, wird das Publikum mit der Wucht einer Dampframme mitten ins Herz treffen. Hass, Wut, Tränen, Blindheit und Liebe.
IRRÉVERSIBLE ist einer der radikalsten und existenziellsten Kommentare zum Kontext zwischen Leben, Film und Zeit, der in den heutigen Zeiten überhaupt denkbar ist.
Er soll nicht provozieren, er soll lähmen und alles verändern. Deswegen: Vorsicht. Extrem empfehlenswert.

Du bist Deutschland.

apos Wer seit ein paar Wochen mal wieder in der Tram von Jena gesessen hat, wird eine erschreckende Diagnose ausstellen müssen: der Zustand des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms der Stadt Jena hat sich drastisch verschlimmert. Von vorn bis hinten, von oben bis unten ist die Bahn von innen beschriftet mit Kinderzitaten. Die kleine Jessica (7 Jahre) meint z.B., dass sie froh sei, gerne in Jena zu wohnen, weil ihre ganze Familie in einem Haus wohnt und alle einer Arbeit nachgehen.
Dass es nicht schwer ist, eine sechs-köpfige Familie in zehn Stockwerken eines Neubaublocks unterzubringen, weiß die kleine Jessica wohl noch nicht. Und dass das stündliche Pfandflaschen-Zurückbringen von Papa gar keine richtige Arbeit ist, wird sie auch noch rechtzeitig erfahren.

Oder der kleine Lukas (auch 7 Jahre), der Jena so toll findet, weil das Stadion des Carl-Zeiss-Jena-Fussballclubs so richtig dufte ist. Er kann noch nicht ahnen, wieviel Urin und Kotze in den angrenzenden Grünflächen jedes zweite Wochenende einsickert. Ihm ist auch noch nicht bewusst, dass die Jungs mit den verschiedenen Trikots im Paradiespark nicht laut singen und miteinander spielen, sondern sich anschreien und sich die nächsten 10 IQ-Punkte aus dem Schwabbelkasten nördlich vom Hals rausprügeln. Der kleine Lukas hat auch keine Ahnung, dass ein Stadion eben Standard für eine Stadt sein sollte. Kinder sind so schön naiv, dass finde ich toll.

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Diese Zitataktion zeigt mal wieder eins:
Jena will geliebt werden, steht aber bei Familienfeiern der Großstädte immer noch in der Ecke. An Selbstbewusstsein mangelt es nicht, wohl eher daran, dass sich kein Schwein für die Stadt der Denker und Dichter interessiert. Die Gründe dafür liegen ein kleines bisschen auf der Hand. Ob nun nach Neil Postman oder Aldous Huxley. Kurz zusammengefasst wir verblöden, weil wir es wollen und deswegen auch zulassen. Das fängt ironischerweise bei TV-Sendungen an, die sich über dumme Menschen lustig machen. Menschen, die auf die Frage, wieviel Einwohner unsere Monarchie (*g*) Deutschland wohl habe, mit einem charmant-dümmlich fragenden „Keene Ahnung! Drei Miionen?“ antworten (das ‘ll’ in ‘Millionen’ fehlt nicht ohne Grund). Wenn ich das sehe, lustig finde und zwei Tage später auf Arbeit einem Kollegen erzähle, der dann mit mir lacht um anschließend zu sagen „Drei Millionen. Haha, ist das lustig. Wie blöd kann man sein. Das sind doch mindestens 5 Millionen.“, dann find ich das einfach nur noch witziger.

Wir sind so degeneriert, dass wir nur noch erzählen. Wir haben gar nicht mehr den Drang unsere sozialkulturell-subjektive Wirklichkeit zu überprüfen. Deswegen lassen wir doch unsere Kidner sprechen. Wir zitieren sie, weil sie sich nicht dafür schämen müssen, dass sie das sagen, was wir als Erwachsene sagen wollen. Sie dürfen naiv sein. Sie sind damit ja nicht dumm. Wenn Jessica in zehn Jahren eventuell dann das zweite Mal abgetrieben hat und sich mit Lukas trifft, dessen drittes Strafverfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde, dann werden sie lustig Klingeltöne austauschen, „Das perfekte Dinner“ gucken und sich einig sein, dass es gar nicht so schlimm ist genau so „viel“ zu wissen wie vor zehn Jahren.

Neil Postman sagte mal: „Fernsehen wurde nicht für Idioten erschaffen – es erzeugt sie.“. Der Knabe hat verdammt recht damit. Unsere Sehgewohnheiten modifizieren sich weiter und weiter. Wir lassen uns totlügen und mit besonders tollen Plakaten in der Bahn erfreuen. Ist ja auch viel intressanter, als die doofe Tageszeitung.

Wir sind morsch im Kopf, kennen nicht die Einwohnerzahl unseres Landes und lassen uns von den Kindern feiern, was wir doch alles auf die Beine gestellt haben. Wir haben uns über viele Jahre BWL in die Köpfe gedroschen, sind dabei den fiesen Steinen der Kultur und Bildung ausgewichen und konnten uns die Telefonnummer der tätowierten Schlampe von nebenan merken, der wir einen reingejubelt haben. Wir sind degeneriert.

Wir sind Deutschland. Wir sind ‘Dichter’ als Goethe.

Auf uns und unsere genialen Kinder, die wiedermal bewiesen haben, dass sie sich aus Unwissenheit und Naivität ausnutzen lassen, uns ein Spiegelbild unseres genialen Erfolgs zu liefern.

Liebes Jena, du bist eine schöne Stadt. Aber leck mich am Arsch.

Turbulenzen im Regen.

apos Der Tag fing schon so geil an. Mein Gehirn ging gestern (Donnerstag) nach einer sehr geilen Ästhetik-Klausur nach exakt 57 Stunden ohne Schlaf flöten. Man kann sich das vorstellen wie Tetris auf dem Game Boy bei Level 69. Informationen wurden nur noch fragmentartig verarbeitet. Einer potentiellen Antwort griff ein Sabbern zuvor. Die Augenringe konnte man als Hängematten benutzen. Und auch sonst wies alles äußerlich an mir darauf hin, dass ich mich nun den LAN-Parties verschrieben habe.

All die Hässlichkeit Deutschlands war gestern Mittag an mir vereint und ich dachte mir: „Scheiße, diesmal siegt der Inhalt wohl ausnahmsweise mal über die Form.“
Selbst Alfons Knitterfresse, das Mädchen mit dem Adamsapfel, im Büro einer Finanzinstitution der Stadt Jena, machte neben mir eine verdammt gute Figur. Und der Typ ist so langsam, dass er rückwärts gehen müsste um stehen zu bleiben.

Ich habe es ohne Hinfallen nach Hause geschafft. Zuhause angekommen habe ich noch registriert wie ich meine Tasche in die Ecke feuerte, bevor ich einen gekonnten One-Eighty hinlegte, meinen Kadaver Richtung Bett fallen ließ mir schön die Schnauze an der Raufasertapete verschorfte und in ein Koma fiel, dass heute früh gegen 4.30 Uhr endete. Es dämmerte schon ein wenig, dass Radio im Badezimmer spielte „No Sleep Till Brooklyn“ von den Beastie Boys – was ein Anzeichen dafür war, dass mein Mitbewohner vom Feiern zurück war – und ich lauschte beinahe dehydriert der abgeranzten Stimme meines Mitbewohners, der da versuchte mich in ein Gespräch zu verwickeln.
Nachdem er es geschafft hatte, meinen vor sich hinsiechenden Körper des Bettes zu entledigen, gingen wir im Morgen an der Saale in Wenigenjena spazieren. Bis um 7 Uhr. Dann fiel er in ein Koma. Ich ging in die Bibliothek, nachdem ich aus Frust darüber gereihert habe, dass ganze fünf (!) Hausarbeiten darauf warten von mir verfasst zu werden. Vorher gab es noch eine dezente Kaffeeschleife im Illy, bei der Thomas bei mir Erinnerungen an die wohl beste Sitcom aller Zeiten (Seinfeld) weckte.

Neun Stunden später (also vor drei Stunden) denke ich mir: „Alter, heute gönnst du dir eine Flasche Rotwein und ne Schachtel Zigaretten!“
Es donnerte, stürmte und regnete draußen bereits heftig. Ich sah aus dem Fenster und erblickte eine Oma, die ganze 0,00000000000009 km/h drauf hatte um sich in den Tunnel unter unserem Haus zu retten.
Ich ging los. Kurze Hose, weißes Hemd und Flip-Flops. Einkaufen ist ja schließlich kein Ponyhof, da muss man mal den Arsch geschlossen halten und das bisschen Nieselregen verkraften.
Drei Minuten später betrete ich triefnass den Supermarkt. Und dann passierte es:

Ich rutschte im gefliesten Eingangsbereich vor ungefähr zehn Leuten mit meinen glitschigen Flip-Flops aus. Ich hab es riechen gehört. Der Boden war nass-dreckig-verschmiert von all den Amöben, die da standen. Amöben deswegen, weil mindestens drei von den gelacht hatten. Und während ich in stilvoller Zeitlupe am Kopierer (der merkwürdiger Weise gleich neben dem Bäckerstand im Eingangsbereich positioniert ist) vorbei flog, mit den Füßen nach oben, bereit den Fliesen zu zeigen, wer hier den härteren Sack hat, schossen drei Dinge durch meinen Kopfzirkus:

1. HABE ICH TATSÄCHLICH VERGESSEN MEINEN GELDBEUTEL MITZUNEHMEN? ICH BLÖDER VOLLARSCH, ICH? ICH BIN NICH MAL ALS TORPFOSTEN ZU GEBRAUCHEN. LEBEND NUTZE ICH DER WELT ANSCHEINEND NICHT VIEL.
2. WEISSES HEMD? ICH BLÖDER VOLLARSCH, ICH? ICH BIN NICH MAL ALS TORPFOSTEN ZU GEBRAUCHEN. LEBEND NUTZE ICH DER WELT ANSCHEINEND NICHT VIEL.
3. DA IST SCHMUTZ AUF DEM FUSSBODEN, ODER? ICH BLÖDER VOLLARSCH, ICH? ICH BIN NICH MAL ALS TORPFOSTEN ZU GEBRAUCHEN. LEBEND NUTZE ICH DER WELT ANSCHEINEND NICHT VIEL.

Dann machte es RUMMS und ich lag im Dreck. Ohne Geld, ohne Hoffnung, gedemütigt von Menschen, die grundsätzlich ein „Norr“ an jeden Satz ranpacken. Ich stand auf, sah an mir runter und suchte in meinen Taschen nach einer coolen Rede um meiner Demütigung entgegen zu treten. Ich fand aber nur meine Finger-Abschiedspistolen mit denen ich mich wieder in den Regen begab. Nach Hause.
Ich zog mich aus und beschloss, dass Alfons Knitterfresse dafür büßen muss, sobald ich ihn wieder sehe in seinem lachscremefarbenen Kaschmir-Rollkragenpullover mit einem Erdbeerjogurt in der Hand.
Mein Mitbewohner gab mir ein Glas viertklässige Cola aus. Und nun sitze ich hier. Draußen regnet es nicht mehr. Ich bin auch trocken und im Flur liegen Flip-Flops, auf die heute Nacht im Dunkeln noch meine Aggressionsvioline wartet.

Aktion-Reaktion.

aposAllererste Sahne.

Zwei Dinge am Donnerstag.

apos Nachdem ich jetzt seit fast 48 Stunden (fast) durchgängig wach bin und heute meine letzte Klausur schreibe, habe ich zwei Dinge:

1) Ich bin durch. Leute, die mit Sprüchen hantieren wie „Schlafen kann man noch, wenn man tot ist“, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von der Zeit ins Knie gefickt zu werden. Aber alles hat ein Ende. Wenn ich meinen Stift nachher zur Seite lege und alles über Baumgarten, Wölfflin, Kant, Wilde, Hegel, Danto, Seurat, Botticelli, Duchamps & Magritte verloren habe, dann werde ich mit einer Uzi auf den Campus gehen und dann vermutlich einfach einschlafen. Hab mich lange nicht mehr so aufs Träumen gefreut. Mein Rekord der Schlaflosigkeit liegt übrigens bei knapp 62 Stunden aus dem Jahr 2003. Ich werde alt. Und das schon vier Jahre später (2007).

2) Ich verstehe immer noch nicht, warum alle auf der ‘Tour de Farce’ rumhacken. Jetzt sind die Radfahrer eben alle nicht mehr gedopt. Früher waren sie es. Where is the fucking difference? Jetzt sind sie alle genauso gut wie früher. Nur eben langsamer. Ich glaube ja, dass dieses Doping-Ding nur eine finanzielle PR-Sanierungsaktion war, damit man länger im Fernsehen dabei zuschauen kann wie ne Milliarde Männer auf Drahteseln durch die Gegend botten. Früher waren alle schnell, wegen dem Doping. Jetzt sind alle langsamer, weil sie nicht mehr Dopen. Es werden trotzdem die selben immer gewinnen. Also. Viel Spass bei der ‘Tour de Farce’.

//abstrakt bleiben.

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